Ein Schwarz-Weiß-Porträt eines jungen Mädchens mit hellem Haar und einem geraden Pony. Sie blickt mit einem sanften, leicht lächelnden Ausdruck zur Seite, an der Kamera vorbei. Das Bild ist kontrastreich gestaltet, wobei helles Licht von der rechten Seite einfällt und einen Teil ihres Gesichts sowie den Hintergrund in ein strahlendes Weiß taucht.

Danke Jesper Juul

Der Familientherapeut Jesper Juul ist am Donnerstag gestorben. Er hat mich maßgeblich inspiriert als Mutter, in meiner Arbeit mit Kindern und einfach als Mensch.

Wenn ich an meine eigenen Grenzen komme mit meinen Kindern, muss ich immer an die drei Ratschläge denken, die er in seiner Beratung auf Spiegel online einer verzweifelten Mutter gegeben hat, deren jugendlicher Sohn seine Zeit nur noch vor den Medien verbracht hat:

Das, was wir als Eltern tun können sind drei Dinge: Ein Vorbild sein, in freundlichem Kontakt mit unseren Kindern bleiben und Daumen drücken.

Diese Gedanken gehen von einer grundsätzlich anderen Haltung in der Kindererziehung aus. Und diesen Perspektivwechsel möchte ich allen Eltern mitgeben, die immer wieder denken: dies und das muss mein Kind aber doch lernen – für später.

Kinder lernen darüber, dass sie sich abschauen können, wie wir unsere eigenen Werte selbst vorleben, dass wir eine enge Beziehung zu ihnen haben und unsere Meinung dadurch überhaupt Eindruck auf sie macht. Und letzten Endes müssen wir einfach auch das Vertrauen haben, dass alles schon gut wird. Wir haben nicht alles in der Hand. Unsere Kinder sind eigenständige Wesen, die je älter sie werden ihren ganz eigenen Weg gehen. Und wenn sie soweit sind ihren eigenen Weg zu gehen, dann können wir nur hoffen, dass wir es bis dahin geschafft haben, eine so enge Verbindung aufzubauen, dass sie uns vertrauen und unsere Meinung ihnen etwas bedeutet.

Jesper Juul war der Mensch, der damit begonnen hat, Kinder als vollwertige Wesen ernstzunehmen. Und der alles dafür getan hat, dass die Erwachsenen aufhören zu denken, sie müssten die Kinder auf eine Vollversion im Erwachsenenalter hin erziehen.

Dafür danke ich ihm von Herzen. Für seine Inspiration, seine Gedanken und dass ich dadurch eine bessere Mutter sein kann, die annehmen kann, unperfekt zu sein.

Aus dieser Inspiration ist auch Familienbande erwachsen.

Danke Jesper Juul.

Autorin

Porträtaufnahme von Stefanie López, die in einer Stadtstraße steht. Sie trägt eine locker sitzende, braune Wildlederjacke über einem schwarzen Oberteil mit einem hohen Kragen aus Spitze und blaue Jeans. Ihr dunkles, gewelltes Haar ist offen gestylt, und sie trägt geometrische Ohrhänger.

STEFANIE LÓPEZ

Ich begleite Eltern, Paare und Einzelpersonen dabei, wieder in Verbindung zu kommen – mit sich selbst, mit ihren Kindern und miteinander. Was mich dabei antreibt, ist die Überzeugung, dass echte Beziehung nur entstehen kann, wenn wir uns selbst kennen, spüren und ernst nehmen.

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